Umleitung bringt Kilometer

Den mit dem chinesischen Verkehrsminister Um-Lei-Tung kennt ihr bestimmt noch (gähn). Aber unwillkürlich muss ich daran denken, denn nach gut zehn Kilometern ist Schluss mit Lustig. Die recht flache Strecke an der Schlücht entlang nimmt ca. acht Kilometer vor Ühlingen-Birkendorf ein jähes Ende. Totalsperrung. Die Umleitung geht gleich mal links hoch und am Ende habe ich stolze 19 Kilometer und 500 Höhenmeter mehr als geplant auf den Reifen. Das gibt mir tatsächlich einen kleinen Dämpfer, denn ich denke, dass ich die 100 Kilometer in ca. vier Stunden absolvieren könnte. Aber die Umleitung gepaart mit ein paar unklaren Situationen des Tracks und dementsprechender Streckensuche tun ihr übriges, dass es deutlich langsamer wird.

Egal – landschaftlich ist es mal wieder vom Feinsten. Viele Strecken mit wenig Verkehr, bombastische Ausblicke und viel Wasser, das den Rhein hinunterfließt und bei Schaffhausen richtig stark schäumt. So ist auch diese Tour mit der bisher weitesten Anreise letztendlich ein grandioser Genuss. Und selbst die Anreise – zu Zeiten des Neun-Euro-Tickets immer ein Risiko mit Fahrrad – gestaltet sich als leichte Übung. Kein einziger überfüllter Zug. Gut, morgens um sieben rechne ich nicht damit. Aber selbst am Nachmittag um 15:00 ist es erstaunlich human in den Regionalzügen von Waldshut nach Basel Badischer Bahnhof und von dort Richtung Freiburg. Das größte Problem ist eigentlich die Ausschilderung der Umleitung. Ein paar Mal frage ich mich, wann ich denn mal wieder rechts abbiegen soll. Es kommt und kommt kein Hinweis. Als ich sehe, dass es bis zum Schluchsee nur noch gute zehn Kilometer sind bekomme ich schon leichte Panik. Da kommt mit ein Schwarm Radfahrer entgegen und biegt vor mir ab. Ich erwische die beiden letzten der Gruppe und frage nach. Hmm, die kennen sich nicht aus, weil sie an einer Schwarzwald-Rundfahrt teilnehmen, die an der Stelle auch ausgeschildert ist.

Ich schaue mir die Karte auf meinem Garmin an und entscheide, dass das der richtige Abzweig sein muss. Und siehe da, nach ein paar Kilometern kommt ein Umleitungsschild. Vielleicht hat das andere ja jemand mitgenommen? Jedenfalls überhole ich am nächsten Berg ein paar der Gruppe, fahre dann aber an der Kuppe rechts und nicht wie die Gruppe links. Alsbald bin ich wieder auf meinem Track und weitere Umleitungen bleiben mir glücklicherweise erspart.</p>\\n<p>Die Rheinfälle bei Schaffhausen sind zwar eine Touristenkonglomeration, aber trotzdem beeindruckend. Nach ein paar Minuten Wasser schauen entschwinde ich der Touristenmeute. Fehlt nur noch eine Jan-Ullrich Anekdote. Naja, habe keine auf Lager, aber die Frage, wieso die Schwarzwaldtouren auf einmal ins schweizerische Ausland gehen ist klar: Schließlich gewann Jan Ullrich 2004 die Tour de Suisse. Ein bisschen Ehrung muss sein.

Berauschende Fahrt

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