Die Anreise
Nun ja, der ICE hält leider nur selten in Denzlingen. Also fahre ich mit dem Rad die zehn Kilometer bis zum HBF Freiburg. Dafür ist es bereits hell, das Wetter ist gut, der Urlaub kann starten. Mit dem ganzen Gepäck am Rad (zwei Fronttaschen, Lenkertasche, zwei Taschen hinten, Zelt, Schlafsack, Thermarest) ist das Rad nicht mehr so leicht tragbar, aber in den ICE komme ich gut. Auch die Umstiege in Zürich und Mailand verlaufen unspektakulär.
Der Regionalexpress nach Genua ist voll, aber definitiv nicht überfüllt. Es gib aber Leute, die schaffen es, alleine einen Vierer mit Gepäck zu belegen. Einige Leute stehen. Das sehe ich nun nicht ein und frage in einem Vierer, in dem zwei Leute sitzen und die beiden anderen Plätze mit Taschen belegt sind, ob hier noch frei ist. Schauen sie irritiert ob meines schlechten Italienisch oder weil es unüblich ist, in Italien so nach einem freien Platz zu fragen? Egal, ich sitze.
In Genua geht es nach einer kurzen Orientierungsschleife am Bahnhof los, am Meer entlang – in die vermeintlich falsche Richtung (siehe nächster Abschnitt). Nachdem ich den Stadtverkehr hinter mir habe halte ich erstmal an ener Fruteria und besorge mir frisches Obst und im kleinen Laden nebenan ein Wasser.
Seltsam: Fühlt sich an wie San Remo - Milano!
Gerne schaue ich Milano – San Remo im Fernsehen. Der Auftakt der Radsaison, oft geht es bei schlechtem Wetter in Mailand los, das Peloton müht sich über den Passo del Turchino, Regenjacken sind nicht selten das Standardoutfit im ersten Teil der Strecke. Dann aber geht es ans Mittelmeer, die Sonne kommt raus, man fährt an der Küstenstraße (SS1) entlang und nimmt noch ein paar Anstiege (vor allem Cipressa und Poggio) mit bevor man sich in San Remo einen Zielsprint liefert.
Für mich ist das nun insofern seltsam, als ich vom Bahnhof Genua aus in die entgegengesetzte Richtung aufbreche und das Meer zu meiner Rechten habe. Fühlt sich falsch an.
Dafür gibt es hier auch einen Poggio, ich nenne ihn mal den falschen Poggio. Das ist die Straße, die zum Campingplatz hochführt, allerdings vor dem Gipfel des falschen Poggio abbiegt, nach etwa zwei Kilometern. Der Ausblick aufs Meer ist grandios, aber den Hinweis, dass es einen Fußweg, der in ein paar Klometern zum Meer führt, ignoriere ich.
Stattdessen schlag ich zum ersten Mal das Zelt auf, gehe im campingeigenen Restaurant mit sehr netter Bedienung etwas essen und gehe nach einem langen Tag früh ins Bett.
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